Mutter Erde! Tränk in meiner Aue
Deine Kinder nun mit frischem Thaue,
Und erquicke diese lechzende Flur!
Selig ist der Unschuld die Natur!
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 Laden Sie auch weiterhin Interessenten und Heinseforscher zum Vortrag ein. Zahlen Sie aber nicht unbedingt jedem ein Honorar. Sie brauchen das Geld anderweitig viel dringender. An Stelle eines Honorars können Sie eine interessierte Zuhörerschaft, wie heute, in Aussicht stellen. Schlagen Sie für jeden Vortrag eine anschließende Diskussion und Fragestellung vor. Ihr Geld aus Beiträgen und Spenden benötigen Sie für Einrichtungen, Anschaffungen, für den Schriftverkehr, und nicht zuletzt für die Werbung zur Mitarbeit. Betrachten Sie sich aber in keinem Fall als nur sogenannte halbgebildete Laien oder gar als Unwissende in Heinse-Sachen, die von besserwissenden Intellektuellen belehrt werden müßten. Sie haben die Orte, an denen Heinse gelebt und gewirkt hat, besucht. Sie sind mit Heinses Herkunft und seiner Familiengeschichte vertraut.

Sie kennen sich in Heinses tatsächlichen Lebensbedingungen, in seinen Umweltbeziehungen, in seinen wirtschaftlichen und geographischen Voraussetzungen aus; Voraussetzungen und Erkenntnisse, von denen viele theoretische Heinseforscher keine Kenntnis haben. Wissen Sie, daß Sie mit einigen Ihrer Unternehmungen um Heinse die Vielzahl der Heinseforscher, einschließlich Max Baeumer, in den Schatten gestellt und eigentlich ein wenig beschämt haben? Sie sind mit dem Reclam-Ardinghello in der Hand auf den Spuren Heinses nach Italien gereist und haben die Kunstwerke, die er beschreibt, besichtigt. Sie haben fast als einzige reale Heinseforschung an Ort und Stelle der literarischen Geschehnisse betrieben. Nur der Kunsthistoriker Wolfgang Hartmann in Karlsruhe und seine Frau, die Kunsthistorikerin Dürten Hartmann, haben in zwei Sommern die wichtigsten Gemälde und Kunstwerke, die Heinse besichtigte, in Italien aufgesucht, um dort festzustellen, wie diese Kunstwerke heute einzuschätzen und unter welchem Namen sie heute bekannt sind. Hartmanns konnten nachweisen, daß Heinse einige dieser Kunstwerke überhaupt als erster benennt und in vielen Fällen neuere kunstgeschichtliche Erkenntnisse bereits vorausnimmt.

Erlauben Sie mir, daß ich abschließend zum weiteren Ausbau Ihres Zentrums der Heinsetradition und -forschung ein paar technische Gesichtspunkte kurz erörtere. Sie wollen, wie gesagt, sich an weite Kreise wenden und Heinses Bedeutung im öffentlichen Bewußtsein fördern und zur Mitarbeit aufrufen. Sie beabsichtigen, jährlich und zu besonderen Anlässen,Veranstaltungen, wie Festlichkeiten, Tagungen, wissenschaftliche Kolloquien und Symposien, zu organisieren. Hierzu wird eine gut geplante und fortgesetzte Werbung und detaillierte Information notwendig sein mit Rundbriefen, Veranstaltungsankündigungen und vorab mit einer regelmäßig oder unregelmäßig erscheinenden Publikation; z.B. mit einem Heinse-Jahrheft, anstelle eines üblichen umfangreichen und kostspieligen Jahrbuches, wie etwa in der Goethe- oder Schillerforschung. Ein solches einfaches Heinse-Jahrheft können Sie selbst mit wenig Kosten, mit Ihrem Computer, Word-Processor und Diskette als Mitteilungsblatt des Heinse-Freundeskreises in beliebiger Ausgabe und Form herstellen; wobei, wenn notwendig, auch ein geringer Bezugspreis erhoben werden kann.
Anfangs wird ein solches Unternehmen wohl nur in unbezahlter freiwilliger Mitarbeit der Mitglieder des Freundeskreises geleistet werden können, d.h. so wie Sie bisher selbst alles geleistet haben in freiwilliger, unbezahlter Arbeit. Solche Werbung und Information muß an alle Heinseforscher im In-und Ausland sowie an die Bibliotheken, in denen sich Heinse-Bestände befinden, wie in Frankfurt, Aschaffenburg und Weimar, herangetragen werden. Alle diese Institutionen sind mit Namen und Adressen im Computer festgehalten.

Während Festveranstaltungen und Heinse-Gedenkfeiern vom Heinse-Freundeskreis in eigener Regie geplant und durchgeführt werden können, sollte man rein wissenschaftliche Tagungen und Kolloquien zusammen mit einem oder einigen befähigten und anerkannten Heinse-Gelehrten organisieren. Das 1996 von Dr. Gert Theile in Weimar programmierte und durchgeführte wissenschaftliche Kolloquium aus Anlaß von Heinses 250. Geburtstag gibt ein gutes Exempel einer erfolgreichen Tagung dieser Art. Die Referate dieser wissenschaftlichen Tagung sind in dem Band: Das Maß des Bacchanten - Wilhelm Heinses Über-Lebenskunst - im Wilhelm Fink Verlag München veröffentlicht. Der Ihnen bekannte Dr. Gert Theile im nahen Weimar kann für die Durchführung einer solchen Tagung empfohlen werden. Aber auch andere Heinseforscher könnten da mit Ihnen zusammen tätig werden.
In der nahen Zukunft, in nur 4 Jahren, wird Heinses 200. Todestag begangen, und am besten dies mit einer Reihe von Veranstaltungen und wissenschaftlichen Unternehmungen hier in Langewiesen.

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J.J.Wilhelm Heinse
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